Presse

Artikel in der RP vom 26. September 2020 von Marc Ingel

Apfeltörtchen von Jan Wellem

Auch Kurfürst Jan Wellem hätte an diesen leckeren Apfeltörtchen sicher seine helle Freude gehabt.


Foto: privat

Der alljährlich angesetzte Tag des offenen Denkmals sollte pandemiebedingt eigentlich nur virtuell stattfinden. Damit gab sich der Förderkreis Jan Wellem Brunnen aber nicht zufrieden und animierte den Bürgerverein Grafenberg zu einem kleinen Treffen am Jan-Wellem-Brunnen am Staufenplatz. Die Förderkreismitglieder waren vorbereitet, denn nicht nur der gut temperierte Jan-Wellem-Wein wurde eingeschenkt, auch eine kulinarische Neuerung gab es: Apfeltörtchen à la Jan-Wellem.

Aus der kleinen Gruppe der Aktiven und Kreativen hatte der Chef-Grafiker Thomas Wikullil eine amüsante Geschichte von Heinrich Heine recherchiert, die sich leicht auf den Brunnen ummünzen ließ. So hatte Heinrich Heine notiert: „Nun stand ich stundenlang vor dem Reiterstandbilde und zerbrach mir den Kopf: Wieviel silberne Löffel wohl darin stecken mögen, und wie viele Apfeltörtchen man dafür bekommen könnte?“

Gemeint war damit natürlich die Bronze-Reiterstatue des Kurfürsten Jan Wilhelms vor dem Rathaus, die erst mit den eingeschmolzenen Silberbestecken der Bürger vollends gegossen werden konnte. Anstelle eines Silberlöffelchens hoffte der Förderkreis allerdings auf Spenden für den Erhalt des Brunnens. Und animiert durch einen Schluck trockenen Wein aus der bevorzugten Lage des Kurfürsten, dem Dhroner Hofberg von der Mosel, oder eben aufgrund der süßen Nachspeise, dem Apfel im Blätterteig, mit Honig, Butter und Zimt, hielten Familien, Radler, Jogger, die eine Pause einlegen wollten, an und informierten sich so nebenbei über Historie und Visionen des Förderkreises. Und darum ging es ja primär: Es sollte für den Erhalt geschichtlich relevanter Zeugnisse geworben werden. Ziel erreicht, stellten die Jan-Wellem-Freunde am Ende des Tages zufrieden fest.

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Artikel in der NRZ vom 01. Februar 2017 von Kathrin Hettrich

Jan Wellems verstecktes Erbe

Aus dem früheren Brunnen und heutigem Denkmal in Ludenberg trank der Kurfürst sein Lieblings-Wasser

Ludenberg. Jeden Tag fahren Tausende Autos über die Kreuzung am Staufenplatz. Doch die wenigsten, die hier Tag für Tag vorbeibrausen wissen, was dort ganz in der Nähe versteckt liegt. Wenn man an der Seniorenresidenz Grafenberger Wald vorbei geht, entdeckt man hier am äußersten Rand des Stadtteils Ludenberg direkt an der Grenze zu Grafenberg die Anlage des abgelegenen Jan-Wellem-Brunnens. Ein Lanzen-Zaun und eine hohe Mauer umgeben das historische Denkmal, authentische Pflanzen aus der Barockzeit zieren den Rand des in den Boden eingelassenen Brunnens. Von der Mauer hinter dem Brunnen blickt einem der berühmte Kurfürst Jan Wellem auf seinem Pferd entgegen, der eigentlich Johann Willhelm II. heißt.

Brunnen wurde 1999 wiederentdeckt Jan Wellem ist fest verankert in der Geschichte Düsseldorfs: Er machte die Stadt im 17. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum für Kunst und Kultur. „Dieses Denkmal ist so bedeutend für die Geschichte unserer Stadt, dass es erhalten werden muss“, sagt Hans-Joachim Wuttke, stellvertretender Vorsitzende des Förderkreis Jan-Wellem-Brunnen. Der im Jahr 2000 gegründete Verein mit mehr als 30 Mitgliedern kümmert sich um die Erhaltung der Brunnenanlage. Beim Neubau der benachbarten Seniorenresidenz sollten auf dem Gelände Garagen entstehen: 1999 wurde durch die anliegenden Bauarbeiten die historische Brunnenanlage wiederentdeckt.
Engagierte Bürger setzten sich aktiv für die Erhaltung des Brunnens ein – so entstand der gemeinnützige Förderkreis. Die Mitglieder traten ein für die Restaurierung und Verputzung der Mauer, veranstalteten eine Aktion bei der interessierte Mitbürger Paten für die Lanzen des Zaunes werden konnten, setzten die Pflanzen am Rande des Brunnens und vieles mehr. Die Seniorenresidenz übernahm Teilhaberschaft an dem Brunnen, der auch zum Teil der Stadt gehört, und sanierte ihn für 100 000 Mark.
1702 wurde der Brunnen am Hang des Grafenberger Waldes errichtet, damals noch von einer achteckigen Mauer umschlossen. Jan Wellem nutzte den Brunnen als Wasserwerk und glaubte an eine heilende Wirkung des Wassers. „Die Quelle hatte eine so gute Wasserqualität, dass das Wasser sogar bis an den spanischen Hof geliefert wurde“, erzählt Falk Mathieu, Schriftführer des Vereins, begeistert. Doch die Quelle versiegte Anfang des 19. Jahrhunderts und geriet in Vergessenheit. Heute bekommt der restaurierte Brunnen sein Wasser über einen anliegenden Pumpensumpf. Für das heutige Erscheinungsbild des Brunnens mit der Fassaden-Schmuckwand sorgte der Baumeister Adolph von Vagedes in 1818.
Trotz der Restaurierung hat der Förderkreis jetzt mit weiteren Problemen zu kämpfen: Die Fassadenmauer des Denkmals leidet unter Feuchtigkeits-Schäden. Eine weitere Sanierung ist nötig. Doch die würde 250 000 Euro kosten. „Die öffentliche Hand muss sich hier mehr engagieren“, hofft der in Grafenberg unweit des Brunnens lebende Falk Mathieu auf Unterstützung von der Stadt. Die kam bisher aber nicht.
Dabei hat Mathieu schon eine gute Idee: Oberbürgermeister Thomas Geisel, bekannt für seine Flötenspiele, sollte im Sommer mit seiner Querflöte am barocken Brunnen Barock-Musik spielen. „Das wäre doch mal was“, findet Mathieu. „Vor allem bringt das Aufmerksamkeit für uns und vielleicht die ein oder andere Spende für Düsseldorfs historischen Brunnen...“

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Artikel in der RP - vom 10. Januar 2017

TOP 10 Rheinland - Jan - Wellem - Brunnen

Kurfürst Jan Wellem war ein Genießer und schätzte gutes Essen und Trinken. Für das Tafelwasser im Düsseldorfer Schloss kam für ihn wegen des guten Geschmacks nur das Quellwasser infrage, das am Rande des Grafenberger Waldes entsprang. Er ließ deshalb eigens einen Brunnen anlegen, von dem er täglich Wasser für’s Schloss holen ließ.

Die Schöpfstelle fürs Trinkwasser schien der Stadt so wichtig, dass sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine repräsentative Brunnenanlage anlegen ließ. Der Stadtplaner und Baumeister Adolph von Vagedes, der unter anderem auch das Ratinger Tor bebaut hatte, entwarf das Brunnenbecken mit der halbrunden Mauer, die in den Hang eingelassen ist. Und der Gartenschöpfer Maximilian Friedrich Weyhe legte neben dem Brunnen im Grafenberger Wald einen Park zum Lustwandeln an.

Der Brunnen erinnert an wichtige Stationen der Stadtgeschichte und ist Ausgangspunkt für einen Spaziergang mit Ausblick auf Düsseldorf.

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Artikel in der RP - vom 07. Juni 2016 von Marc Ingel

Jan-Wellem-Brunnen droht zu verfallen

Nach der Rettung des Baudenkmals am Staufenplatz zur Jahrhundertwende ist der zweite Sanierungsschritt bis heute ausgeblieben. Dennoch will der Förderkreis den 300. Todestag Jan Wellems mit einem umfangreichen Programm feiern.

Der 2000 aus dem Bürgerverein Grafenberg hervorgegangene Förderkreis zur Rettung des Jan-Wellem-Brunnens am Staufenplatz wird den 300. Todestag des Kurfürsten mit einem umfangreichen Programm würdigen - beginnend mit einem Vortrag zu Leben und Wirken von Jan Wellem am Donnerstag über ein Requiem am Sonntag, eine Führung am 2. Juli bis hin zur Teilnahme am Tag des offenen Denkmals am 11. September.

So glamourös und für Düsseldorf bedeutend die Vita des eigentlich Johann Wilhelm II. heißenden Kurfürsten ist, so wechselhaft gestaltete sich die Geschichte des vom preußischen Baumeister Adolph von Vagedes angefertigten Brunnen am Fuß des Grafenberger Waldes. Jan Wellem ließ nach 1702 dort frisches Wasser für die Versorgung des Hofes holen, zwei Eremiten bewachten und pflegten die Quelle, dem Wasser wurde heilende Wirkung nachgesagt. Dennoch geriet das spätere Bau- und Bodendenkmal trotz seiner historischen und architektonischen Bedeutung in Vergessenheit. Erst dank großem bürgerschaftlichen Engagement und vielen privaten Spendern konnte der abzusehende Verfall ab 1998 verhindert und der Brunnen in seiner heutigen repräsentativen Form für die Nachwelt erhalten werden. "Ursprünglich sollten dort im Zuge des Neubaus der benachbarten Seniorenresidenz Garagen entstehen", sagt Falk Mathieu, Schriftführer im Förderkreis und Schatzmeister beim Grafenberger Bürgerverein, der mit Schaudern an diese Zeit zurückdenkt.

Vieles sei damals geschafft worden, "doch das reicht nicht, mindestens weitere 200.000 Euro sind notwendig, um den Jan-Wellem-Brunnen dauerhaft zu sanieren und so zu erhalten", sagt Hans-Joachim Wuttke, Schatzmeister des Förderkreises. Seit 2008 sei nicht mehr viel passiert. "Die Substanz ist durch eindringendes Hangwasser zunehmend bedroht, ohne eine vernünftige Drainage und Neuverputzung ist das Ende absehbar", betont Mathieu. Der Förderkreis würde es befürworten, wenn Stadt oder Stadtwerke das Brunnendenkmal kaufen (von dem Betreiber der Seniorenresidenz, die Stadt ist nur noch Eigentümerin eines kleinen Teils) und die dringend notwendigen Arbeiten aus einer Hand erledigen würden, "aber das Interesse ist offenbar gering", weiß Wuttke zu berichten.

Dabei gehe es nicht allein um den Brunnen, der Wald oberhalb wurde von Maximilian Friedrich Weyhe 1816 als Düsseldorfs erster Volkspark, als wahre "Lustanlage", angelegt. Die durch Orkan Ela erfolgten Schäden könnten nun dazu genutzt werden, Gestaltungselemente von Weyhe bis hin zur Anhöhe "Schöne Aussicht" wieder sicht- und erlebbar zu machen. "Der Jan-Wellem-Brunnen und der Weyhe-Park bilden eine Einheit", betont Mathieu.

Die Ziele des Förderkreises sind ambitioniert, die Chance auf Umsetzung vage. "Wir sind überaltert, Spenden fließen, aber nicht genug", so Mathieu. Zuschüsse, etwa für das Jan-Wellem-Programm, gebe es vonseiten der Stadt nicht. Die Bezirksvertretung bewilligte zunächst eine Finanzspritze in Höhe von 600 Euro, zog ihre Zusage nun aber wieder zurück, da ein Ja zweckgebunden an eine Veranstaltung verknüpft gewesen sei (ein Konzertabend im Festsaal der Seniorenresidenz), die jedoch ausfällt. "Wir machen doch Werbung für Stadt und Seniorenresidenz als Eigentümer, und nun beteiligt sich die Stadt nicht einmal an den Kosten", zeigt Wuttke absolutes Unverständnis.

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Artikel in der RP - vom 10. April 2015 von Marc Ingel

Gutachten für Grafenberger Gartenlust


Gaby und Peter Schulenberg erklären ihren Enkelkindern Jakob (zwei Jahre) und Ronja (fünf), auf welch historisch bedeutsamen Wegen sie im Grafenberg Wald spazieren. Foto: Andreas Bretz

Oberhalb des Jan-Wellem-Brunnens lag einst der von Maximilian Friedrich Weyhe angelegte "Lustgarten". Es war 1816 der erste Park Preußens, der für alle Bürger offen war. Jetzt gibt es konkrete Pläne, Teile davon zu rekonstruieren.

Mit der Wiederentdeckung und Restaurierung des Jan-Wellem-Brunnens nach den Originalunterlagen von Adolph von Vagedes wurde Düsseldorf 2005 durch den Einsatz des dafür gegründeten Förderkreises ein Stück Stadtgeschichte zurückgegeben. Die Rückversetzung zumindest von Teilen des 1816 von Maximilian Friedrich Weyhe zum "Lustgarten" umgestalteten Grafenbergs in den Urzustand blieb zu diesem Zeitpunkt allerdings ein Traum. Das kann sich sehr bald ändern, denn die Stadt will ein Gutachten in Auftrag geben, um die Denkmalwürdigkeit des ersten Düsseldorfer Volksparks, der eben nicht nur für den Adel freigegeben war, zu überprüfen. So könnten womöglich Fördergelder vom Land für eine Neugestaltung beantragt werden. Ein Ergebnis könnte noch in diesem Jahr vorliegen.

"Brunnen und Park bilden eine Einheit", erklären Gaby und Peter Schulenberg, unter anderem als ehrenamtliche Archäologen für den Landschaftsverband Rheinland im Einsatz, übereinstimmend. Ausgerechnet Orkan Ela hat jetzt das Terrain für den womöglich entscheidenden Vorstoß bereitet. "Nach den vielen Schäden im Wald wird ohnehin neu aufgeforstet. Warum dann nicht zumindest hier im Umfeld des Jan-Wellem-Brunnens Gestaltungselemente von Weyhe aufgreifen?", fragt Gaby Schulenberg. In Gesprächen mit der Forstverwaltung haben die beiden Mitglieder des Förderkreises Jan-Wellem-Brunnen bereits abgeklärt, was sich bei einer Rekonstruktion der Pläne, sollte es sich denn wirklich um ein Gartendenkmal handeln, überhaupt realisieren lässt.

Eremiten bewachen Quelle von Jan Wellem

Weinfreund Kurfürst Johann Wilhelm (1658-1716), den man in Düsseldorf Jan Wellem nennt, wusste einen guten Tropfen zu schätzen. Aber er nahm auch Alkoholfreies zu sich - eisenhaltiges Wasser aus einer Quelle am nahen Grafenberg, das bei seinen Zeitgenossen als heilkräftig galt. Der Kurfürst ließ sich manchen Krug auf sein Schloss bringen, bisweilen wohl auch, um seinen Wein zu verdünnen.

Exklusiv 1702 stellte er den Brunnen sogar unter die besondere Aufsicht von zwei Eremiten und ließ ihn mit einer Ringmauer einfassen. Denn die kostbare Quelle durfte exklusiv nur vom Düsseldorfer Hof genutzt werden.

"Es gibt noch einige alte Bäume aus der Weyhe-Zeit, ebenso lassen sich bestimmte Wegeverbindungen nachvollziehen, daran kann man anknüpfen", erzählt Peter Schulenberg. Gerade rund um den Berggipfel "Schöne Aussicht" herum würde es sich zudem lohnen, einige Verschönerungen vorzunehmen. "Das alles geht nur Schritt für Schritt", sagt Gaby Schulenberg. Dass zumindest die Neugestaltung der Eingangssituation an der Ernst-Poensgen-Allee auch schon Einzug in den Grünordnungsplan gefunden habe, spreche dafür, dass der Stadt ernsthaft etwas an der Umsetzung des Projekts liege, fügt Peter Schulenberg hinzu.

Die beiden Kenner der Düsseldorfer Stadtgeschichte hoffen, auch für den Jan-Wellem-Brunnen noch weitere Spendengelder akquirieren zu können. Denn auch wenn inzwischen wieder das Wasser fließt und sich die Anlage in einem ansehnlichen Zustand präsentiert, bröckelt es an der hinteren Fassadenmauer. "Die Rückwand ist durch Feuchtigkeitsschäden stark sanierungsbedürftig. Das kostet aber mit Sicherheit rund 200 000 Euro", sagt Archäologe Schulenberg.

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Tag des offenen Denkmals

Regelmäßig nimmt der Förderkreis am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ am 2. Sonntag im September mit Führungen und Präsentationen teil.

Kontakt

Förderkreis Jan-Wellem-Brunnen e.V.

(Falk Mathieu)
Hardtstraße 73
40629 Düsseldorf
Telefon/Fax +49 (0)211 - 68 38 46
E-Mail: info@jan-wellem-brunnen.de

Bankverbindung

Stadtsparkasse Düsseldorf
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